GdG-KMSfB-Jugend

Dem Wiener Gesundheitssystem droht der Kollaps

 

Wiederholte Einsparungen haben zu Personalknappheit und extremer Arbeitsverdichtung geführt.

Zeitgleich ist die Anzahl an Posten in der Führungsetage gestiegen, die Beraterhonorare sind explodiert. Ausgetragen wird diese unsoziale Finanzpolitik auf dem Rücken der Beschäftigten und Patienten, sie werden kaputtgespart.

Die Hauptgruppe II (HG II), der GdG-KMSfB hat daher mit heute, Freitag, dem 26. August, eine Protest-Befragung an alle Krankenhausbediensteten Wiens begonnen. Dies ist die letzte Stufe vor dem Start der Kampagne mit dem Titel "Zeit für Menschlichkeit". Der Befragungsbogen hat eine Auflage von 20.000 Stück, ist für die Bediensteten aber auch digital ausfüllbar:

>>> Hier online ausfüllen

"Mit der Protest-Befragung geben wir allen Bediensteten die Möglichkeit, die Forderungen der HG II aktiv zu unterstützen. Unsere Forderungen sind klar formuliert: Wir wollen die Verringerung des Arbeitsdrucks, ausreichend qualifiziertes Personal, bessere Organisation der Arbeitsabläufe und professionelle Personalentwicklung. Diese Grundlagen für ein funktionierendes Arbeitsumfeld in den Spitälern und Pflegewohnhäusern sind derzeit nicht gesichert. Jetzt geht es darum, mit voller Kraft gegen die wiederholten Einsparungen vorzugehen. Diese Kürzungen werden auf dem Rücken der Beschäftigten und Patienten durchgeführt", beschreibt Bernhard Harreither, Vorsitzender der HG II, die Situation in den Wiener Spitälern und Pflegewohnhäusern.

Der Befragungsbogen wird ermitteln, wie hoch die Bereitschaft der Beschäftigten zum Protest ist. Dadurch wird eine schnelle Mobilisierung zu unterschiedlichsten Protestaktionen im Zuge der Kampagne ermöglicht. "Ich denke, dass alle Bediensteten die Protest-Befragung nutzen werden. Der nicht endende Kürzungswahn und die damit einhergehenden Gefahren für die Belegschaft und Patienten lassen gar nichts anderes zu", äußerte sich Kurt Felber, Personalvertreter aus dem aus dem Donauspital - Sozialmedizinisches Zentrum Ost im 22. Bezirk, zu der Aktion.

Die Dramatik der derzeitigen Verhältnisse wurde bereits im März 2011 von der HG II  und der Arbeiterkammer Wien bei der Veröffentlichung der Studienergebnisse zu Arbeitsbedingungen und Arbeitsüberlastungen in den Gesundheitsberufen dargestellt. "Trotzdem folgten innerhalb weniger Monate weitere Einsparungen. Für uns eine klare Aufforderung zu Handeln", so Harreither.

Die Ergebnisse des Fragebogens werden auf der Pressekonferenz zum Start der Kampagne Zeit für Menschlichkeit am Mittwoch, dem 14. September veröffentlicht.

Mehr Informationen unter www.hg2.at

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